Man sollte meinen, ein Mann mit drei Frauen sei gestraft genug. Gilbert Dumont aber brachte diese Tatsache auch noch ins Gefängnis. Dabei wollte der liebende Ehemann und Vertreter für Kosmetikartikel nur das Beste für seine Gattin Denise. Um ihren Wunsch nach einem ausschweifenden Lebensstil zu erfüllen, solle er sich zur Umsatzsteigerung etwas mehr um seine Kundinnen kümmern, so sein Chef: Sie zum Essen einladen, Tanzen gehen und so weiter. »Undsoweiter« hat Gilbert zunächst gar nicht im Sinn. Doch die Strategie des »erweiterten Kundendienstes« scheint aufzugehen: Der Umsatz steigt, ebenso wie die Laune von Denise. Als seine beiden besten Kundinnen jedoch jede für sich beginnen, ihre Zukunft mit ihm zu planen, werden »undsoweiter« und eine Zweit und
Dritthochzeit zu einem echten Problem für den Vertreter...
Pressestimmen:
"Flatow ist vermutlich der einzige deutsche Nachkriegsautor, dessen Name in eine Reihe mit den internationalen Meistern des leichten Genres gehört, in eine Reihe mit Alan Ayckbourn, Neil Simon, Noël Coward."
(Der Tagesspiegel)
"Kundendienst" heißt Curth Flatows letztes Lustspiel, das am Freitag unter jubelnder Zustimmung des sommerlich stimulierten Publikums an der Komödie Winterhuder Fährhaus Premiere hatte. (…) Mit gleich drei Frauen - gleichzeitig - verheiratet Flatow seinen Schlawiner wider Willen, einen schlichten Kosmetikvertreter, der seiner luxushörigen, von ihm dennoch geliebten, rechtens angetrauten Ersten ein möglichst komfortables Leben bieten möchte und wegen Bigamie im Kittchen landet. Das ist die Ausgangssituation. Wir sehen Heinz Rennhack als Gilbert Dumont mit allerlei Verrenkungen auf seiner Gefängnispritsche mit dem Fernseher kämpfen, das Kabel um den Hals, was zu der irrigen Annahme von Gefängniswärter Thibaut (Gisbert-Peter Terhorst) führt, Gilbert wolle sich strangulieren. Im Rückblick erfahren wir nun im Gespräch der beiden, wie aus dem braven Vertreter ein Gigolo der täppischen Sonderklasse wird, dem die Damen verfallen. Auf Geheiß seines Chefs La Vallet (wieder Terhorst) soll nämlich Gilbert unter äußerstem Körpereinsatz die Geschäfte flott machen. Was gelingt. … (Die Welt)
Marcus Ganser inszenierte für die Komödie Winterhuder Fährhaus das Stück „Kundendienst“ – und zwar mit soviel Tempo und so vielen eingebauten Überraschungen, dass das Publikum am Ende gar nicht mehr aufhören wollte zu jubeln. (…) Aus der Feder von Curth Flatow, dem Altmeister der Deutschen Komödienautoren stammt dieses Stück, ein Stück über einen Ehebrecher wider Willen. Rasant ist die Aufführung: die Bühne rotiert, ständig wechselt der Schauplatz und die Darsteller spielen mehrere, völlig unterschiedlichen Rollen. Hinter der Bühne heißts also ständig: Kostümwechsel! (…) Eine verrückte Inszenierung – und ein Publikum, das am Ende überhaupt nicht mehr aufhörte zu jubeln. Was für ein schöner Abend in der Komödie Winterhuder Fährhaus. (NDR 90,3)
„(…) Freude macht das Wiedersehen mit Heinz Rennhack in der Paraderolle des aufgedrehten Liebhabers. Der Clou der Inszenierung: Claudia Wenzel gelingt am Schluss das Kunststück, als alle drei Frauen gleichzeitig auf der Bühne anwesend zu sein!“ (Hamburger Morgenpost)
Das Curth-Flatow-Stück "Kundendienst" an der Komödie Winterhuder Fährhaus ist ein urkomischer Spaß mit ernsthaften Momenten. (…) Mit seinen 74 Jahren rennt Heinz Rennhack als getriebener Kosmetik-Casanova mit juveniler Verve über die Bühne, springt wild in die Betten. Das Knistern, die Liebe, der Tango mit dem Vertreterkoffer in der Hand, die Expertise - man nimmt es ihm ab. Im feschen Zweiteiler, mit Sonnenbrille und Hut, das Hemd über der Goldkette aufgeknöpft, sieht er wirklich fabelhaft aus. (…) Mit dezidierten Gesten, sich stark unterscheidenden Stimmlagen und Akzenten und nur einer Verschiebung des Blickes gelingt es Claudia Wenzel, vier verschiedene Frauenfiguren auf die Bühne zu bringen. Dies kulminiert im großen Showdown. Während der vom Ausüben seiner ehelichen Pflichten erschöpfte und erkrankte Dreifach-Ehemann mit Mandelentzündung im Krankenhaus liegt, machen sich alle Ehefrauen auf den Weg, ihn zu besuchen. Jede mit einem anderen Hut. Wenzel setzt rasant einen nach dem anderen auf, wechselt mit den Hüten ihre Identität und muss selbst manchmal lachen, wie schnell sie von dem einen in das andere Stereotyp verfallen kann. Es macht Spaß, ihr dabei zuzusehen. (…) In Marcus Gansers kurzweiliger Inszenierung wird der Prozess der Kostümierung auf die Bühne geholt und oft nur angedeutet. Noch während Dumont Thibaut im Gefängnis von seinen Abenteuern berichtet, bewegen sich Türen und Bilder zu Szenenapplaus und französisch angehauchter Akkordeonmusik wie in dem Film "Die fabelhafte Welt der Amélie", wird aus einem Raum ein anderer, (…) (Hamburger Abendblatt)




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